Wann Apps einsetzen? Jedenfalls nicht immer! (Digital Marketing Irrtum Nr. 3)

Wann Apps einsetzen? Jedenfalls nicht immer! (Digital Marketing Irrtum Nr. 3)

Digital Marketing Verantwortliche müssen wissen, wann Apps die beste Antwort auf die Bedürfnisse der Kunden sind – und wann sie auf Websites setzen müssen. 

Der Digital Marketing Irrtum Nr. 3 lautet: Apps über alles! Digitale Analyse erklärt, warum.

Über die Hälfte der Internetnutzer sind mit dem Smartphone im Web unterwegs – und ihr Anteil steigt weiter. Einen großen und wachsenden Teil der Zeit im mobilen Netz verbringen die Nutzer mit Apps.

Diese Entwicklung verleitet viele Unternehmen zu der Annahme, dass es nur noch auf Apps ankäme. Ein Irrtum mit Folgen: Unternehmen schichten Budgets, die bisher für die Website eingesetzt wurden, um und konzentrieren sich darauf, Apps herauszubringen.

Das ist ein Fehler – und wer das nicht glaubt, sollte das Verhalten seiner Nutzer einmal genauer unter die Lupe der Digitalen Analyse legen. Dann wird sehr schnell klar, das Apps zwar wichtig sind – aber die Website auch.

Und das wird erst einmal auch so bleiben. Digitale Analyse und die eigene Nutzererfahrung zeigen uns, wann Apps eine gute Idee sind – und wann nicht:

Wir nutzen Apps an genau zwei Stationen unserer Costumer Journey intensiv. An zwei anderen, ebenso wichtigen, nutzen wir sie aber nicht oder kaum.

In den Apps der sozialen Netzwerke sollte es allein um Brand Awareness gehen

Erstens nutzen wir Apps, wenn wir in sozialen Netzwerken unterwegs sind, also zu einem Zeitpunkt, an dem wir empfänglich für Werbung sind, aber noch nicht so weit, gezielt bestimmte Produkte zu recherchieren.

Im Allgemeinen treffen wir hier noch keine endgültige Kaufentscheidung. Gut, die eine oder andere gut personalisierte Schuhwerbung mag bei mir schon einen Spontankauf ausgelöst haben.

Aber das funktioniert eben nur bei Schuhen und anderen Gütern, die gern mal aus einem Impuls heraus gekauft werden. Bei erklärungsbedürftigen Produkten oder solchen, bei denen sich Preisvergleiche lohnen, sowie bei hochpreisigen Produkten geht das nicht.

Bei den App-Nutzern, die sich gerade in den sozialen Netzwerken tummeln, können Unternehmen nur Brand Awareness schaffen und steigern. Das ist schön und wichtig, führt aber nicht zu unmittelbaren Umsätzen.

Digitale Analyse beantwortet die Frage nach dem Wann: Apps sind perfekt für treue Kunden

Die zweite Station der Customer Journey, an der wir Apps intensiv nutzen, ist die, an der wir bereits Kunde des Unternehmens sind.

Wir nutzen Apps, wenn wir die Dienste eines Unternehmens regelmäßig on Anspruch nehmen – zum Beispiel Apps für Mobile Banking oder den Öffentlichen Nahverkehr. Oder wir nutzen Apps, wenn wir immer wieder Produkte bei demselben Unternehmen kaufen, beispielsweise Bücher mit der App eines Online-Buchhändlers.

Apps sind ideal geeignet für treue Kunden. Sie helfen, eine bereits bestehende Kundenbeziehung zu vertiefen und auszubauen. Sie können noch mehr Loyalität schaffen.

Wann Sie Apps pushen sollten – und wann die Website

Wir nutzen Apps also am Anfang und am Ende der Customer Journey. An den Stationen dazwischen – wenn wir suchen und recherchieren oder wenn wir zum ersten Mal bei einem Unternehmen einkaufen beziehungsweise seine Services nutzen – brauchen wir keine Apps.

Wir brauchen sie nicht und wir wollen sie nicht. Wir wollen keine Apps herunterladen, wenn wir noch nicht wissen, ob wir das Produkt überhaupt kaufen oder den Service nutzen wollen. Schon gar nicht wollen wir gezwungen werden Apps herunterzuladen, um ein Produkt kaufen zu können.

Wie gesagt: Wer das nicht glaubt, möge die Customer Journey seiner Kunden mittels Digitaler Analyse untersuchen. Er wird feststellen, dass er gut beraten ist, weiterhin in tolle stationäre und mobile Websites zu investieren. Und außerdem in Apps.

Die Mischung macht’s.

Serie: Die größten Irrtümer des Digital Marketings

Etwas Neues zu lernen ist mühsam. Daher neigen Menschen, wenn sie erst einmal eine Erkenntnis errungen haben, dazu, sich daran festzuklammern. Über kurz oder lang ist das jedoch ein Fehler. Denn was gestern galt, gilt heute nicht mehr.

In einem technologie-getriebenen Feld wie dem Digital Marketing geht das besonders schnell. In kurzer Zeit werden die Erkenntnisse von gestern zu den Irrtümern von heute: Glaubenssätze, die gut klingen, aber nicht (mehr) stimmen.

In dieser Serie stelle ich einige der besonders verbreiteten – und damit besonders schädlichen – Irrtümer des Digital Marketings vor.

Lesen Sie hier alles über Irrtum Nr. 1: Programmatic Advertising ist immer gut.

Und hier geht’s zu Irrtum Nr. 2: Facebook ist wichtiger als die eigene Website.

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