9 Stellschauben für besseres Data Management – eine neue Datenkultur, Teil 2

9 Stellschauben für besseres Data Management – eine neue Datenkultur, Teil 2

Das Leben könnte so schön sein – mit besserem Data Management:

Sie kommen ins Büro, schalten den Rechner ein – und Ihre Daten warten schon auf Sie: In Form von übersichtlichen Dashboards und verständlichen Berichten zu allen wichtigen Fragen. Wenn Sie mehr wissen wollen, können Sie jederzeit Daten aus verschiedenen Quellen verknüpfen, sie analysieren und visualisieren lassen. Das alles natürlich in Echtzeit.

Wenn irgendwo etwas auffällig ist, gibt das System sofort Bescheid. Und das Schönste: Sie bekommen Zukunftsszenarien, Trends und aktuelle Handlungsempfehlungen auf Ihren Bildschirm – alles aus Ihren Daten herausgelesen. Ihre Daten helfen Ihnen nicht nur, Ihr Geschäft zu steuern. Sie ermöglichen Ihnen, Geschäftsprozesse neu auszurichten – ja, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Klingt gut? Hätten Sie auch gern? Verständlich.

Das Erste, was Sie dafür tun müssen, ist Ihre vorhandenen Daten als Schatz zu begreifen – und diesen Schatz zu heben. Dafür brauchen Sie ein wirklich zeitgemäßes Data Management. Ein Datenmanagement, das besser ist als das der meisten Unternehmen. Eines, das Ihnen einen echten Vorsprung verschafft.

Wenn Ihr Unternehmen jedoch so ist wie die meisten, dann müssen Sie zunächst einmal an verschiedenen Einstellungen schrauben – Ihrer eigenen und der Ihrer Mitarbeiter. Denn Ihre Daten sind nur so gut wie Ihre Leute. Und andersherum.

Darum stelle ich im Folgenden neun kulturelle und technische Stellschrauben vor, an denen Sie ansetzen können. Haben Sie diese alle optimal eingestellt, kann die oben geschilderte Analyse-Power für Sie Realität werden.

Und dann ist auch Big Data im Bereich des Machbaren.

Data Management Stellschraube 1 – Wegbereiter sein:

Am Anfang steht eine grundsätzliche Erkenntnis: Ihre BI-Abteilung und/oder Ihre IT müssen das Inhouse-Datenmanagement in die gewünschte Richtung weiterentwickeln – und weiterentwickeln können. Aus der IT sollten immer wieder konkrete Vorschläge kommen, aber die Unternehmensleitung muss die Richtung vorgeben.

Mehr noch: Das Management muss der Treiber sein, wenn es um die Schaffung wirkungsvoller Business-Analytics-Strukturen geht. Die Führungsebene muss nicht nur aktiv entsprechende Aktionen fordern, sondern auch die Bedingungen dafür schaffen.

Denn wie beim Thema Data Governance geht es hier für die allermeisten Unternehmen um nicht weniger als eine neue Datenkultur. Um einen Kulturwandel also. Und der wird nur dann gelingen, wenn die Chefs sich persönlich dahinterklemmen.

Stellschraube 2 – ehrlich sein:

Vermutlich wollen Sie ungern Ihre komplette BI-Organisation auf einen Schlag umbauen – wer will das schon? – sondern lieber Schritt für Schritt vorgehen. Stehen Sie dazu! Es ist vernünftig.

Stellschraube 3 – Diskussion suchen:

Überlegen Sie sich vorab, welche Fragen Sie idealerweise mit Hilfe der Daten-Analyse beantworten wollen – aber beschränken Sie sich nicht darauf! Diskutieren Sie ihre Ideen mit den betroffenen Abteilungen. Entwerfen Sie eine Roadmap, speisen Sie auch diese erst einmal in die Diskussion ein. Und klären Sie Zuständigkeiten und Ownership für die verschiedenen Daten-Bestände.

Stellschraube 4 ­– bescheiden bleiben:

Fangen Sie mit den einfachsten Use Cases an. Erfolg ist eine Treppe, das gilt auch für Data Management – setzen Sie Stufe auf Stufe.

Stellschraube 5 – Horizonte öffnen:

Jetzt ist die Gelegenheit gekommen, Ihren Datenladen aufzuräumen und sich von alten Hemmnissen zu befreien! Öffnen Sie sich für neue Lösungen durch alternative Architekturvarianten und Technologien, aber bleiben Sie dabei realistisch: Eine neue Technologie ist nur so gut wie die im Markt verfügbare Fachkompetenz, die sie für den Betrieb brauchen.

Stellschraube 6 – Kompromisse in Kauf nehmen:

Keine Angst vor Zwischenlösungen: Wenn etwa die Datenverfügbarkeit und Datenintegration das Problem sind, nutzen Sie beispielsweise einen Data Mart als Datenhub. Provisorien sollten natürlich nicht für die Ewigkeit bestehen oder das eigentliche Ziel ersetzen. Gut dokumentiert können sie aber in vielen Fällen die Blockade auflösen, die entsteht, wenn eine Technologie eine andere voraussetzt, beide aber unter hohem Aufwand neu eingeführt werden müssen. Durch Zwischenlösungen sehen Sie schnell Ergebnisse und können schon wichtige Lern-Erfahrungen für alle weiteren Schritte mitnehmen.

Stellschraube 7 – Selbstbedienung fördern:

Eine weitere Möglichkeit, schnelle Erfolge zu erzielen – und zwar aus Sicht aller Abteilungen: Beziehen Sie Self-Service-Optionen von Anfang an in Ihren Data-Management-Plan mit ein. Verlagern Sie zum Beispiel kleinere Datenmanagement-Aufgaben in die Fachbereiche. So lernen Sie a) welche Informationen für Ihre Mitarbeiter wirklich wichtig sind und b) geben Sie Ihren Teams eines der wirkungsvollsten – und am häufigsten gewünschten –Arbeits-Instrumente in die Hand. Aber Achtung: Sie wollen weiterhin einheitliche Daten! Jeder, der die Daten anfasst, muss die dafür nötigen Kenntnisse und Tools haben. „Data Literacy“ ist das Schlagwort.

Stellschraube 8 – nach vorn schauen:

Zukunft ist sexy. Warten Sie nicht lange mit den ersten Predictive-Analytics-Projekten – fangen Sie an und zeigen Sie den beteiligten Unternehmensbereichen ihren Mehrwert. Die Dienstleister machen es Ihnen im Allgemeinen leicht und bieten den nötigen Know-how-Transfer gleich mit den Anwendungen an.

Stellschraube 9 – Geld und Nerven sparen:

Nachdem Sie Ihr Data Management in Ordnung gebracht haben, wollen Sie endlich in Richtung Big Data voranschreiten? Okay – aber bleiben Sie auch jetzt auf dem Teppich. Die Devise heißt immer noch: Schritt für Schritt! Nutzen Sie Cloud-Lösungen, lernen Sie von Projekt zu Projekt dazu. Überfordern Sie sich und Ihr Unternehmen nicht! So schonen Sie Ihre finanziellen Ressourcen und die Nerven aller Beteiligten.

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Struktur! Disziplin! Kontrolle! Klingt zwanghaft, ist aber der Schlüssel zum Erfolg, wenn's um Data Governance geht.